Seminare 2012 / Differenzialdiagnostik in der Sprachtherapie

Differenzialdiagnostik, Sprachtherapie und Elternberatung bei mehrsprachigen Kindern (Schwerpunkt: Russisch-Deutsch, Türkisch-Deutsch)

Die meisten Fachpersonen, die mit Kindern arbeiten, kennen die Unsicherheit bei der Einschätzung der Sprachfähigkeit bei Migrantenkindern: Kann das Kind einfach noch nicht ausreichend Deutsch oder liegt eine Sprachentwicklungsstörung vor, die die Indikation einer Sprachtherapie nach sich zieht?

Nach einem Einführungsteil zu theoretischen Grundlagen werden im Seminar praktische Hilfsmittel vorgestellt, die eine differenzialdiagnostische Abgrenzung bei Migrantenkindern ermöglichen. Die zweisprachigen Anamnesebögen von Jedik (2006), die in 10 verschiedenen Sprachen vorliegen, erleichtern die Anamneseerhebung bei mehrsprachigen Familien. Kontrastive Sprachvergleiche mit Beispielen für russisch, polnisch, griechisch, spanisch, türkisch und arabisch sprechende Kinder verdeutlichen erwerbsbedingte Auffälligkeiten dieser Migrantengruppen in der deutschen  Sprache im Zuge des Zweitspracherwerbs. 

Für die Differenzialdiagnostik wird ein von der Referentin ausgearbeitetes Screening der Erstsprachfähigkeit bei Migrantenkindern – SCREEMIK 2 (Russisch-Deutsch, Türkisch-Deutsch) näher vorgestellt, das deutschsprachigen Fachpersonen ohne Kenntnisse der Erstsprache des Kindes und ohne Übersetzer eine Einschätzung des sprachlichen Entwicklungsstandes des Kindes ermöglicht. Die Überprüfung von Aussprache, Grammatik und Wortschatz, die Auswertung sowie Interpretation der Testergebnisse werden anhand von SCREEMIK2  gezeigt.  Weitere Instrumentarien wie z. B. WIELAU-T, SISMIK, SFD etc. werden überblicksartig im Hinblick auf mögliche Vorteile und Nachteile diskutiert.

Neben allgemeinen Hinweisen zum therapeutischen Umgang mit zweisprachigen Kindern werden zum einen anhand von SCREEMIK2  gemeinsam mit den Seminarteilnehmern mögliche Therapiepläne erarbeitet. Des Weiteren wird das Therapiekonzept für mehrsprachige Kinder von Claudia Jenny (2008) beispielhaft vorgestellt. Videobeispiele werden zur Verdeutlichung der Seminarinhalte bzw. zur gemeinsamen Diskussion eingesetzt. Abschließend werden Möglichkeiten und Grenzen einer Sprachtherapie mit mehrsprachigen Kindern diskutiert sowie wichtige Aspekte der Elternberatung an Fallbeispielen beleuchtet.

 

Zielgruppe:  

Sprachheilpädagogen, Logopäden


Dozentin:  

Dr. Lilli Wagner; Sprachheilpädagogin

  • Dr. Lilli Wagner studierte von 1994 bis 1999 Sprachheilpädagogik an der Universität zu Köln und promovierte dort anschließend zum Dr. päd.
  • 2000-2002 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln sowie als Sprachheilpädagogin in einer mehrsprachigen sprachtherapeutischen Praxis tätig.
  • Von Juli 2002 bis Januar 2007 Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sprachheilpädagogik an der LMU München sowie an dem dort angebundenen Forschungsinstitut für Sprachtherapie und Rehabilitation im Bereich Mehrsprachigkeit.
  • Seit November 2007 Tätigkeit als Sprachheilpädagogin am Diakoniewerk München-Maxvorstadt sowie Referententätigkeit in der Fortbildung von Sprachheilpädagogen, Logopäden, Lehrern und Erziehern zum Themengebiet Mehrsprachigkeit.

Teilnehmerzahl:  

25 Personen


Termine:

Kurszeiten:

 

25.-26. Mai 2012
2tägiges Seminar

25.05. 14.00-19.00 Uhr
26.05. 09.00-16.00 Uhr


Ort:   

VitalCenter Münster
Zugang zu den Seminarräumen:
Steinfurterstr. 60
in Münster


Dauer:  

14 Unterrichtseinheiten


Fortbildungspunkte:  

14


Teilnahmegebühren:  

210,- Euro


Methoden:  

Powerpoint-Präsentation, Gruppenarbeit, Gruppendiskussion


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